Hier die erste der versprochenen Rezis
Sprache: Englisch
Seiten: 448
Verlag: Del Rey
ISBN: 978-0-345-49304-0
 
Inhalt:
Der Kriegsveteran Ringil, kurz Gil, fristet sein Dasein in einem verkommen Nest irgendwo in der Einöde. Hier gilt er als Held und verdient seinen Lebensunterhalt indem er von seinen Kriegserfahrungen und „Heldentaten“ erzählt.
Diese Lebensweise ändert sich drastisch als Ringils Mutter plötzlich dort auftaucht und Ringil um einen Gefallen bittet. Seine Cousine wurde an Sklavenhändler verkauft und nun ist es Ringils Aufgabe sie wiederzufinden. Dass das allerdings keine einfach Aufgabe sein wird und dass vorallem noch vielmehr hinter der ganzen Sache steckt, bekommt Ringil recht schnell heraus. Und schon liegt das Schicksal seines Volkes, vielleicht sogar seiner ganzen Welt in Ringils Händen.
 
Meine Meinung
„But with heroes like these, the cure is likely to be worse than the desease.“
Ich denke es war genau dieser Satz im Klappentext, der mich angefixt hat dieses Buch zu lesen. Hinzu kamen einige wirklich gute Rezis bei den Eulen.
Ringil von Eskiath ist eigentlich kein wirklicher Held mehr. Nachdem er in mehreren Schlachten sehr erfolgreich für sein Heimatland gekämpft hat, scheint er ausgebrannt und gibt sich eigentlich mit einem Hundeleben in einem kleinen verlassenen Nest zufrieden. Ringil ist garantiert nicht der schimmernde Held mit goldener Rüstung. Er wirkt resigniert, bedient sich einer äußerst grobschlächtigen Sprache und schafft es innerhalb weniger Tage sich mit einigen der einflussreichsten Menschen in seiner Heimat anzulegen. Noch dazu hat er einige Vorlieben, die seine Familie und die ebenso die sehr konservative religiös geprägt Gesellschaft nicht gerade gutheißen (gelinde gesagt). So in etwa lernt man Gils Welt kennen.
Doch auch seine beiden ehemaligen Kriegskumpane sind nicht ohne Laster, obwohl sie zunächst ein besseres Leben zu führen scheinen.
Eine wendungsreiche, recht interessante Fantasy-Geschichte, mit vielen neuen Ideen und Kreaturen wurde von Richard K. Morgan mit diesem Roman erschaffen. Sie hebt sich, meiner Meinung nach, deutlich von den 0815-Fantasy-Stories ab, was nicht nur durch die Charaktere erreicht wird.
Vom Sprachniveau würde ich dieses Buch keinem Anfänger in der englischen Sprache empfehlen, da natürlich auch immer wieder neue Begriffe der Fantasy-Welt eingeflochten werden und oft zwischen gehobener Adelssprache und Gossenslang gewechselt wird (Es gibt das Buch allerdings auch auf Deutsch mit dem Titel: Glühender Stahl).
Morgan schafft es mit seiner sehr angenehmen Schreibweise die Geschichte voran zu bringen und nicht in die Länge zu ziehen.
Als eventuell störend habe ich eigentlich nur empfunden, dass Ringil eigentlich der einzige Charakter ist, der es richtig dicke abbekommt (auch die anderen haben so ihre Schwierigkeiten, aber er scheint irgendwie manchmal der Prügelknabe des Autors zu sein
). Auch bleiben die meisten Nebenfiguren leider etwas flach.
Eine kleine Warnung will ich noch abgeben: Wer nichts mit harter Brutalität, Sex und viel Blut und Elend anfangen kann, der sollte besser die Finger von diesem Buch lassen. Morgan hat nämlich einen echt feinen Noir-Roman geschrieben. Düster durch und durch. 
 
Bewertung:
von 5
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