Sprache: Deutsch
Seiten: 704
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-66277-9
Inhalt:
In einem Leipziger Krankenhaus begleitet eine Frau Nacht für Nacht schwer kranke Menschen auf ihrem Weg in den Tod, von manchen wird sie deswegen für eine Heilige gehalten. Doch sie hat auch noch eine andere Seite, die schon seit hunderten von Jahren vor den Menschen verbirgt. Doch als jemand aus ihrer Vergangenheit auftaucht, muss sie sich an alte Geschichten erinnern und ihrer „zweiten Seele“ wieder gegenüber treten.
Meine Meinung:
Anfangs entwickelt sich die Geschichte langsam und man wird in den Alltag der Protagonistin eingeführt (ihren Namen möchte ich noch nicht preisgeben, das würde evtl. einigen schon zu Anfang den Spaß verderben). Auf der einen Seite kümmert sie sich um kranke Menschen und steht ihnen im Angesicht des Todes bei, auf der anderen Seite ist sie knallhart und kann auch ziemlich brutal werden.
Im Laufe des Buches wechseln sich, wie schon bei Ritus und Sanctum, Gegenwart und Vergangenheit ständig ab, denn die Protagonistin erzählt von ihrer Kindheit und wie sie zu dem wurde, was sie nun ist. Am Anfang sind beide Zeiten noch recht ausgeglichen vertreten, doch irgendwann nimmt die Erzählung in der Vergangenheit zwangsläufig einen größeren Part ein.
Was durchaus nicht schlecht war, denn das war eindeutig der stärkere und interessantere Part des Buches.
Insgesamt war das Buch durchwachsen, was die „Lesbarkeit“ anbelangt. Einige Stellen waren wirklich super und man wollte gar nicht mehr aufhören. Doch es gab auch arge Längen, bei denen ich schonmal dachte, dass ich das Buch nie zuende gelesen bekomme.
Typisch für Herrn Heitz kamen auch wieder ein paar Szenen vor, die auch gut in einen Splatter-Film gepasst hätten. Da meinte man manchmal, man könnte das Blut aus dem Buch tropfen sehen.
Dafür gab es andere Stellen, die erzähltechnisch wirklich klasse und gut gestrickt waren.
Insgesamt kann ich das Buch leider nur mittelmäßig einstufen. Hier und da fehlte der Geschichte halt ein bisschen etwas und die zähen Stellen fallen doch schon sehr ins Gewicht.
Ritus und Sanctum waren da um einiges besser, was vielleicht auch an den überwiegend männlichen Hauptcharakteren gelegen hat.
Für Kinder des Judas gibt es 2,5 von 5 Katzen.
